Tageslosung vom 28. Juli 2017
Wer bereitet dem Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und irrefliegen, weil sie nichts zu essen haben?
Der Herr ist reich für alle, die ihn anrufen.

An(ge)dacht

Ich möchte faul sein Herr, ich möchte faul sein! Für einige Tage möchte ich der geschäftigen Welt den Rücken kehren und an einen Ort entfliehen, an dem ich faul sein darf. Ich möchte umherwandern und Kindern beim Spielen zusehen, möchte zuhören, wie die Vögel sich unterhalten, möchte ganz still sitzen und auf die nimmermüden Fluten blicken. Ich möchte auf jenen Hügel steigen, von dem aus die Welt so weit entfernt scheint und der Himmel noch viel weiter. In jenem Garten möchte ich spazieren gehen und mit den Tauben spielen, Blumen pflücken und Mangofrüchte essen. Ich möchte ganz still in meinem Lehnstuhl sitzen, in den Spiegel sehen und mich mit mir selbst unterhalten. Ich möchte ein Schläfchen halten und manchmal einen richtigen Schlaf.

Dann möchte ich im Fluss baden und mich auf dem Wasser treiben lassen. Ich möchte am Flussufer spielen und mich im Hain der Zuckerrohrpflanzen verstecken. Herr, ich möchte faul sein! (aus M. A. Thomas, Fülle mein Herz, Meditationen und Gebete eines indischen Christen)

Dürfen Christen faul sein? M. A. Thomas ist davon überzeugt – und ich bin es auch. Ja, Christen dürfen faul sein. Nicht immer, aber ab und zu. Vielleicht ist „faul“ für uns Deutsche kein guter Begriff, weil er mit zu vielen negativen Assoziationen belastet ist. Vielleicht sollten wir hier sagen: „Herr, ich möchte Pause machen, ausruhen und ausspannen, so wie du dich am siebenten Tag von allen deinen Werken ausgeruht hast.“

Die Ruhe ist ein Teil der guten Schöpfungsordnung. Wir brauchen die Erholung an Leib und Seele. Und wir kennen hoffentlich alle die Sehnsucht nach Ruhe, nach terminfreier Zeit, nach zweckfreien Unternehmungen. M. A. Thomas hat so vieles benannt, was uns helfen kann, zur Ruhe zu kommen und neue Kräfte zu schöpfen. Dazu muss man nicht in die weite Welt reisen. Das Gute und Schöne liegt oft ganz nah. Wir brauchen es manchmal nur wahrzunehmen.

Wo Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch Ihren Urlaub bzw. Ihre freie Zeit verbringen. Nehmen Sie dieses Geschenk des Schöpfers dankbar an. Sie tun sich und vielleicht auch anderen Menschen damit etwas Gutes.

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Urlaubs- und Ferienzeit und grüße ganz herzlich.

pfarrer2014

Ihr Pfarrer

Ehrenfried Krüger