Tageslosung vom 28. Mai 2017
Exaudi (HERR, höre meine Stimme! Psalm 27,7)
HERR, du siehst es ja, denn du schaust das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen.
Jesus ließ die Menge zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften.

Jesaja 30, 15-17

Geschrieben von Pfr. Ehrenfried Krüger. Veröffentlicht in Predigt

Liebe Gemeinde,

in wenigen Stunden geht das Jahr 2016 zu Ende. Unsere Gedanken gehen zurück. Was gab es Schönes, was war schwierig im gesellschaftlichen Leben, in der Gemeinde und im kleinen familiären Bereich? Für die Sportbegeisterten hielt dieses Jahr gleich zwei Großveranstaltungen bereit: die Fußballeuropameisterschaft und die Olympischen Sommerspiele. Ein besonderes Ereignis in unserer Gemeinde war das Gemeindefest in St. Michaelis anlässlich des 500jährigen Glockenjubiläums. Zu familiären Höhepunkten zählten vielleicht ein Geburtstagsjubiläum, eine Hochzeit oder ein wunderbarer Urlaub. Es gab auch Schweres zu bewältigen. Jede und jeder von uns wird da wohl etwas aus dem persönlichen Bereich vor Augen haben. Unsere Gemeinde ist vor äußerlichem Schaden bewahrt geblieben. Lang ist jedoch die Liste der Katastrophen, Unfälle und Tragödien, die sich in Deutschland und der ganzen Welt ereignet haben. 2016 wird als das Jahr der Terroranschläge in die Geschichte eingehen. Erschreckend hoch ist auch die Zahl der im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge. Rückblick auf Schönes und auf Trauriges.

Wer zurückschaut, wird Bilanz ziehen und fragen: Was hätten wir besser machen können an unserem Platz und mit unseren Möglichkeiten? Was hat uns weitergebracht auf dem Weg des Glaubens und in unserem Bemühen, als Christen unsere Welt zu gestalten? Was können wir an guten Erfahrungen mitnehmen ins neue Jahr und was sollte sich ändern? An welcher Stelle müssen wir umkehren, denn heute Abend gilt die Mahnung des Predigttextes uns: „Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein.“

Jahwe, der Gott Israels, rief sein Volk durch den Propheten Jesaja zur Umkehr. Anlass dazu war dessen Verhalten in gesellschaftspolitische Angelegenheiten. In dem wechselnden Kräfteverhältnis der Großmächte setzten die Regierenden auf die Diplomatie. Sie suchten Schutz bei dem starken Ägypten, um nicht von den mächtigen Assyrern erobert zu werden. Doch sollte Israel nicht Schutz bei seinem Gott suchen, sollten sie nicht auch in diesem Lebensbereich ihrem Gott vertrauen und mit seiner Hilfe rechnen? Man pflegte die Feiertage und hielt die Gottesdienste ein. Doch im Blick auf die politische Entwicklung wirkte das Vertrauen auf Gott veraltet. Man passte sich lieber der neuen Zeit und ihren Erfordernissen an.

Ich denke, dass die damalige Lebenseinstellung uns nicht fremd ist. Wir pflegen die volkskirchliche Tradition, feiern die kirchlichen Feste und sorgen für ein intaktes Kirchengebäude. Wir reden von Gottes Geboten und wünschen uns zum Jahresbeginn seinen Segen. Doch wieweit trauen wir unserem Schöpfer zu, dass er sowohl unser alltägliches Leben gestaltet als auch die großen anstehenden Probleme löst? Sollten wir ihn überhaupt mit unseren Anliegen behelligen? Gibt es nicht genug andere Hilfsangebote durch den technischen Fortschritt, durch die sich rasant entwickelten Kommunikationsmittel und die erstaunlichen Möglichkeiten der Medizin?

Es geht gewiss nicht darum, die uns gegebenen Möglichkeiten zu einer guten Gestaltung unseres Lebens gegen den Glauben an den lebendigen Gott auszuspielen. Doch manchmal steht beides gegeneinander und wir müssen uns entscheiden: Setzen wir unser Vertrauen auf ihn oder auf andere Mächte und Kräfte? Schämen wir uns vielleicht unseres Gottes? Trauen wir ihm wirklich zu, dass er uns helfen kann und auch will? Um diese Fragen wird es im neuen Jahr immer wieder gehen und an ihrer Beantwortung wird sich entscheiden, wie es mit uns, mit unserer Gemeinde und mit unserem Volk weitergehen wird.

Israels Antwort damals hieß: Nein, danke. Jahwe musste feststellen: „… ihr habt nicht gewollt“. Die Staatsführung vertraue auf militärische Macht – und scheiterte damit. Der Zusammenbruch des Volkes wird mit erschreckenden Bildern beschrieben. Besonders bedrückt mich dabei, dass schon das Drohen Schrecken und Flucht auslöst. Menschen leben in Furcht, wenn sie ihrem Gott das Vertrauen aufkündigen. „Jesaja sagte: Wenn ihr eure Hoffnung auf Gott setzt, dann werdet ihr stark sein. – Das ist das Gegenteil von lähmender Angst, vor Unsicherheit, die die Knie einknicken lässt. Wer stark ist, der hat Kraft, auch schwere Lasten zu tragen. Das ist es, was er verheißt: Durch Glauben und Hoffen kommt euch diese Kraft zu. Euer Leben wird ausgerichtet, es wird gestrafft und bekommt Spannkraft.“ (Z+S, 3. R., H. 1, 2016/17, S. 82)

„Stillesein und Vertrauen“ – das hört sich wie Tatenlosigkeit an. Diesem Vorwurf begegnen Christen immer wieder. Ist er berechtigt? Erwartet Gott etwa, dass wir unsere Hände in den Schoss legen und nichts tun? Wer die Bibel ein wenig kennt, wird diese Frage mit einem klaren „nein“ beantworten. Es gibt genug zu tun, um Gottes Vorstellungen mit Leben zu erfüllen.

An dieser Stelle möchte ich als ein Beispiel für den genannten Gedanken auf die Auslegung der 10 Gebote in Luthers kleinem Katechismus hinweisen. Nach jedem Gebot stellt Luther die rhetorische Frage „Was ist das?“, um darauf eine Antwort zu geben. Die Antworten weisen bei allen Geboten das gleiche Schema auf: Nach dem Bezug zu Gott wird zuerst das genannt, was zu meiden ist und dann das, was im Rahmen dieses Gebotes zu tun wäre. So heißt die Erklärung zum zweiten Gebot: „Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern ihn in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.“ (EG 806.1)

„Stillesein und Vertrauen“ ist nicht die Aufforderung zur Tatenlosigkeit, sondern die Warnung vor einem Aktionismus nach dem Motto: „Hauptsache, wir tun etwas!“ Hier lauert eine Gefahr, weil uns das Warten schwer fällt, weil unser Glaube klein ist, weil wir unserem Gott nicht genug zutrauen.

In der Predigthilfe, aus der ich schon zitiert habe, fand ich einen kleinen Bericht über Christen in Burundi, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. Dort heißt es: „Bei einer Reise nach Burundi, einem der ärmsten Länder der Erde, durch politische Unruhen zusätzlich geschwächt, begegne ich Menschen, die Umkehr und Ruhe in Gott praktizieren. Sie wissen, dass sie von Gott den Auftrag haben, ihrem Land zu dienen. Sie bauen ein Netz von Hauskreisen in jedem Distrikt. Sie richten mit geringsten Mitteln eine Infrastruktur von Bildungseinrichtungen und Erste-Hilfe-Stationen gegen den Hungertod der Kinder ein, und sie helfen Gemeinden mit Beratung und geistlicher Begleitung. Sie haben nichts als den Glauben. Sie haben auch Angst und lassen Vorsicht walten. … – Und dann fällt bei einem Gespräch der für mich schwere Satz: Ihr habt die Planungen, die Strategie und das Geld, aber keine Menschen in den Gemeinden. Wir haben die Menschen in den Gemeinden, meistens kein Geld, aber den Glauben. Da treffen nicht nur zwei Kulturen aufeinander, da fallen geistliche Entscheidungen. Ich empfinde, wie sehr wir in unseren Planungen und Strategien gefangen sind und der kindliche Glaube, das Vertrauen auf Gott, die Umkehr zu ihm allein fehlen. Kein Wunder, das sich bei uns kein Gemeindewachstum mehr ereignet.“ Soweit Pfarrer Albrecht Lächele. (Z+S, 3. R., H. 1, 2016/17, S. 79f)

Vielleicht hören sich dieser Bericht und seine Bewertung durch den Erzähler nach Schwarz-Weiß-Malerei an. Bei uns gibt es auch Glauben und das Vertrauen auf Gottes Wirken. Doch möglicherweise ist unser Problem die mangelnde Bereitschaft, auf Gott zu hören und mit unseren Planungen solange zu warten, bis wir sein Reden gehört haben. Vielleicht sollten wir uns als Gemeinde mehr Zeit zum Beten, d.h. zum gemeinsamen Beten, nehmen – und dann auf Gottes Antwort, auf sein Reden warten. Das wäre auch eine Form der Umkehr, der Neubesinnung. Solch vertrauensvolle Hinwendung zu unserem Gott würde uns stark machen und uns die Angst nehmen vor allen Bedrohungen und Gefährdungen, denen wir uns und unsere Kinder ausgesetzt sehen.

„… durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein.“ (V 15b) Die Möglichkeitsform in dieser Formulierung lädt die Hörer dieser Worte ein. Unser Gott drängt sich nicht auf. Doch im Blick auf das kommende Jahr sollen wir wissen, dass er gern hilft und uns mit seiner Kraft durch das neue Jahr begleiten will: in der Familie, in der Gemeinde, in unserem Volk. Deshalb wünsche ich Ihnen und auch mir die Glaubenszuversicht, die in allen Lebensbereichen mit ihm rechnet. Lasst uns gemeinsam auf ihn hören und seinem Wirken vertrauen.

Amen.

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