Tageslosung vom 28. Juli 2017
Wer bereitet dem Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und irrefliegen, weil sie nichts zu essen haben?
Der Herr ist reich für alle, die ihn anrufen.

Jeremia 23, 5-8

Geschrieben von Pfr. Ehrenfried Krüger. Veröffentlicht in Predigt

Liebe Gemeinde,

Adventskalender sind ein schöner Brauch. Jeden Tag wird ein Fenster geöffnet, hinter dem eine kleine Überraschung wartet, jeden Tag gibt es eine kleine Freude auf dem Weg zum Weihnachtsfest.

Auch Adventssonntage sind Fenster, die uns jeweils eine andere Seite des Advents vorstellen. Das heutige zeigt einen kommenden Herrscher: „Siehe, dein König kommt zu dir; ein Gerechter und ein Helfer.“ So kündigte es der Prophet Sacharja an (9,9). Der heutige Predigttext entfaltet diese Ankündigung. D.h. schon Jeremia, der etwa ein Jahrhundert vor Sacharja lebte, wurde der Blick geöffnet, wurde ein Fenster aufgemacht, durch das er weit in die Zukunft schauen konnte. Großartiges durfte er sehen und verkünden.

1. Gerechtigkeit wird sein

Der Prophet Jeremia lebte in schlimmen Zeiten. Das Land wurde von der Großmacht Babylon beherrscht. Ihre Heere hatten die Hauptstadt Jerusalem erobert und die Oberschicht des Volkes deportiert. Die wirtschaftliche und auch die innenpolitische Lage waren katastrophal. Der von den Babyloniern eingesetzte König beutete das Volk schamlos aus und kam seinem Auftrag als Hirte des Volkes in keiner Weise nach.

Was für Jeremia persönlich noch schlimmer war: er musste seinem Volk Gericht ankündigen. Er musste ihnen sagen, dass ihr Gott die Bedrohung nicht abwenden, sondern weitere Zerstörung zulassen würde. Denn die Israeliten waren ihm untreu geworden und hatten seine Gebote missachtet. Besondere Kritik traf die sog. Hirten des Volkes, also alle, die als Regierende Verantwortung trugen und ihrer Beauftragung untreu geworden waren. Jeremia machte ihnen schwere Vorwürfe. Doch mitten in seiner Gerichtsrede über die bösen Hirten des Volkes wird ihm und damit auch seinen Hörern ein Blick in die Zukunft geschenkt. Gott verspricht einen König, „… der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird.“ (V 5b) Jahwe hat sein Volk Israel nicht aufgegeben. Er schenkt über das Gericht hinaus Hoffnung und Zukunft.

Die Sehnsucht nach Gerechtigkeit ist und war groß – zu allen Zeiten. Die einen denken dabei an eine gerechte Entlohnung, an Steuergerechtigkeit oder an eine gerechte Einteilung beim Taschengeld. Andere haben die gerechte Verteilung der Bodenschätze, des Wassers oder der Lebensmittel im Blick. Schüler erwarten Gerechtigkeit bei der Beurteilung ihrer Leistungen und ihres Verhaltens. Wir denken an Gerechtigkeit im Blick auf die Gerichte unseres Landes. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Wenn wir uns nur diese wenigen Beispiele vor Augen halten, stellen wir fest: Gerechtigkeit zu schaffen ist sehr schwer bzw. es stellt sich die Frage, was eigentlich Gerechtigkeit ist? Sollen alle das Gleiche bekommen? Das wäre Gleichmacherei. Soll jedem nach seinen Leistungen gegeben werden? Das bringt Leistungsdruck und benachteiligt die Schwachen. Sollte jedem nach seinen Bedürfnissen gegeben werden? Das wollte der Kommunismus. Doch der funktioniert nicht. Nicht weil das Prinzip schlecht wäre, sondern weil die Menschen schlecht sind und auch nicht dann besser werden, wenn sie das bekommen, was ihren Bedürfnissen entspricht.

Was ist also gerecht? Weil die Antworten und die damit verbundenen Erwartungen so verschieden sind, ist es auch für alle Verantwortungsträger so schwierig, Gerechtigkeit walten zu lassen. Dabei denke ich nicht nur an die Politiker, sondern auch an Arbeitgeber, Lehrer und Eltern.

Wie kann dann der versprochene König Gerechtigkeit ausüben, wie sollte er handeln? Einen wichtigen Hinweis gibt sein Name: „Der HERR unsere Gerechtigkeit.“ (V 6b) D.h., Gerechtigkeit hängt unmittelbar mit den Vorstellungen Jahwes zusammen. Seine Gebote und Weisungen wären die Richtschnur. Wer sich daran hält, bewegt sich auf dem Weg der Gerechtigkeit.

Um es noch genauer zu sagen, zitiere ich aus einer Predigtmeditation: „Der Gerechte verhält sich so, dass es dem Miteinander der Gemeinschaft dient und entspricht.“ „Gerechtigkeit ist weniger ein normgerechtes Verhalten …, weniger eine Strafgerechtigkeit … als vielmehr die (Geistes-) Kraft, die mich und alle mit mir in ein gesundes, heilvolles Ergehen und den Frieden hineinzieht. Gerecht ist eine Situation noch nicht, wenn ich alles bekommen, was mir zusteht, sondern erst, wenn wir gut miteinander auskommen.“ (Z+S, 3. R., H. 1, 2016/17, S. 10)

Um solch ein gutes und heilvolles Miteinander zu erreichen, braucht es eine autorisierte Person, die in die gestörte Ordnung durch ihren Rechtsspruch Frieden bringt. „Dies geschieht durch die Feststellung, was recht ist, durch Hilfen zur Versöhnung, aber auch durch die Verurteilung des Schuldigen.“ (Z+S, 3. R., H. 1, 2016/17, S. 10) Gemeint ist also das, was ein Dritter zu einer heilvollen Beziehung beiträgt. Wer könnte so handeln und solchen Frieden erreichen? Die Antwort findet sich im Bibeltext. Israel soll durch den kommenden Herrscher geholfen werden. Wörtlich heißt es: Israel soll gerettet werden. In dem hebräischen Wort, das Luther mit helfen übersetzte, steckt der Name Jesus drin. Auf ihn ist auch der Hinweis zu deuten, dass der kommende Friedenskönig ein Spross Davids sein wird. Der Evangelist Matthäus weist in der Ahnenreihe von Jesus darauf hin, dass jener von David abstammt. So hören wir es auch in der Weihnachtsgeschichte des Lukas. Ebenso stellte auch Paulus diese Abstammung im Römerbrief fest. Es weist also alles auf Jesus hin, den Friedenskönig. Er ist gekommen. Wir dürfen uns seiner Herrschaft unterstellen und uns daran halten, dass er wiederkommt und sein Reich öffentlich machen wird.

2. Die Erfüllung wird kommen

Für das Volk Israel ist die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei bis heute ein ganz entscheidendes Ereignis. Jedes Jahr wird mit dem Passafest daran erinnert. Jahwe hatte die Israeliten durch dieses machtvolle Handeln zu seinem Volk gemacht. Etwa 600 Jahre später kam es zu großen Verwerfungen. Das Volk Israel verlor seine Eigenständigkeit und musste die Heimat verlassen. Doch Gott gab sein Volk nicht auf. Er beschenkte es mit neuen heilvollen Versprechen und erfüllte sie auch: Die Israeliten durften wieder in ihre Heimat zurück. Sie bauten auf und errichteten einen neuen Tempel als Ort der Gegenwart ihres Gottes. Wieder ca. 600 Jahre später kam es zu einer erneuten nationalen Katastrophe. Die Römer verwüsteten das Land, zerstörten Jerusalem samt seinem Heiligtum und vertrieben die Bewohner des Landes. Fast 2000 Jahre lebten die Juden verstreut in der ganzen Welt. Erst mit der Gründung des Staates Israel begann Neues.

Ob Jeremia schon dieses Ereignis gesehen hat? Auf jeden Fall ist biblische Prophetie mehrschichtig. Für uns kann dieses Handeln Gottes sagen und zeigen: Auf diesen Gott des Volkes Israel, der durch Jesus unser himmlischer Vater ist, kann man sich verlassen. Er hält, was er versprochen hat. Die Geschichte des Volkes Israel und die vielen Lebensgeschichten derer, die ihm vertraut haben, legen davon Zeugnis ab.

Jeremia schaute durch das Adventsfenster und sah sein Volk in Frieden und Sicherheit leben. Die Vertriebenen kehrten zurück aus allen Ländern, in die sie zerstreut worden waren. Vom heutigen Staat Israel wissen wir, dass ständig Menschen aus allen Teilen der Welt einwandern. Man kann in dieser Zuwanderungsbewegung die Erfüllung des heute betrachteten Prophetenwortes sehen. Nur eines ist noch nicht erfüllt: Sicher wohnen die Menschen in Israel nicht.

So geht unser Blick als Christen weit über den Staat Israel und über die Rückführung der Juden hinaus. Wir sehen, wie der kommende König der Gerechtigkeit Menschen aus allen Völkern, Nationen und Sprachen sammelt und eine neue Welt beginnt. Erinnern wir uns an die Botschaft des letzten Sonntags: Johannes schaute einen neuen Himmel und eine neue Erde. Wenn Gott alles neu macht, dann wird Gerechtigkeit und Friede sein.

Wir warten auf die Vollendung des Friedensreiches. Als Bürger dieses Reiches erfahren Gottes Gerechtigkeit und wir dürfen sie leben. Wir feiern das Kommen des Friedenskönigs und warten auf die Vollendung seiner Zusagen. Diese hoffnungsvolle Botschaft verkündet das heutige Adventsfenster.

Amen.

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